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VATM: Keine Subventionierung alter Monopolstrukturen

Neue Wettbewerbsverzerrung beim Breitbandausbau verhindern

08.04.2005 - Angesichts der aktuell bekannt gewordenen Absicht der Telekom, die Kommunen an der Finanzierung eines DSL-Aufbaus zu beteiligen, reagiert der Branchenverband VATM mit großer Sorge.

"Die Kommunen in der DSL-Diaspora werden von der Telekom offenbar immer häufiger vor die Wahl gestellt nach dem Motto: Verschaff uns Kunden und grabe Kabelschächte, dann legen wir DSL-Kupfer neben unsere schöne, aber leider unbrauchbare Glasfaser. Das läuft nicht nur auf eine klare Subventionierung des Ex-Monopolisten hinaus, sondern bietet auch die Gewähr für die nächste Wettbewerbsverzerrung. Während sich die Branche gemeinsam mit dem BMWA Gedanken macht, wie man die weissen Flecken der Breitbandversorgung in ganz Deutschland bekämpft, versucht die Telekom die ohnehin klammen Gemeinden im Osten wie im Westen abzuzocken und den Wettbewerb dabei noch zu behindern," erklärt Jürgen Grützner, Geschäftsführer des VATM.

Und nicht nur das: Gleichzeitig versucht die Telekom, beim Regulierer zur Zeit einen Antrag auf Genehmigung von teilweise fast dreihundert Prozent teureren Vorleistungspreisen in Gebieten mit Glasfaser durchzudrücken und will von den Wettbewerbern für den Zugang zum Endkunden künftig 17,40 Euro (monatlich für die Miete der Kupferdoppelader) verlangen gegenüber derzeit noch 11,80 Euro. Schon dieser Betrag ist deutlich überhöht und eine Absenkung auf unter 10 Euro überfällig.

Dort, wo neue Technologien dringend benötigt werden und Unternehmen erste Initiativen gestartet haben - z.B. über Funk oder infrastrukturfördernde City-Netze -, droht durch Subventionierung eines einzigen Unternehmens - des Ex-Monopolisten - das Aus alternativer Breitbandangebote. Um die Breitbandversorgung der Bevölkerung ökonomisch sinnvoll zu gewährleisten, muss vielmehr der Ausbau innovativer Technologien der Zukunft vorangetrieben werden. Der europäische Vergleich zeigt, dass Deutschland in Europa hinter alle großen Wirtschaftsstandorte zurückgefallen ist, weil hierzulande nur auf DSL gesetzt wurde.

"Nun bläst die Telekom zum letzten Gefecht und versucht mit dem Geld der Kommunen und der Wettbewerber ihre marktbeherrschende Position zum Schaden des Wirtschaftsstandortes Deutschland sogar noch zu festigen," so Jürgen Grützner.

(Georg Stanossek)

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