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EITO: ITK-Markt legt um 2,9 Prozent auf 614 Milliarden Euro zu

Datendienste erwirtschaften 2005 rund 51 Milliarden Euro

17.10.2005 -  Der Markt für Informationstechnik und Telekommunikation (ITK) wird in der Europäischen Union im Jahr 2005 um 2,9 Prozent auf 614 Milliarden Euro wachsen. Das berichtet das Marktforschungsinstitut European Information Technology Observatory (EITO) in seiner aktuellen Studie. Der Anstieg liegt doppelt so hoch wie für die Gesamtwirtschaft in der EU. "Die ITK-Märkte in Europa liegen weiter stabil im Plus", sagte EITO-Geschäftsführer Bernhard Rohleder am Montag bei der Präsentation der Studie. "An die Wachstumsspitze setzen sich erwartungsgemäß die neuen EU-Mitglieder. Die Zuwächse erreichen in manchen Ländern Mittel- und Osteuropas zweistellige Werte." Im Jahr 2006 soll sich die positive Entwicklung fortsetzen: Das EITO rechnet für die EU mit einem Plus im ITK-Markt von 2,8 Prozent auf 631,7 Milliarden Euro.

Der Markt für Informationstechnik wächst in der EU im laufenden Jahr mit einem Plus von 3,7 Prozent auf 290 Milliarden Euro erstmals seit Jahren wieder stärker als die Telekommunikation. Im Jahr 2006 zieht das Wachstum in diesem Marktsegment sogar noch einmal an, auf 4,2 Prozent. Besonders kräftig legen die Märkte in den neuen EU-Ländern zu. Den Spitzenplatz nimmt Polen mit 17,1 Prozent ein. Auch Ungarn und Tschechien liegen mit einem Anstieg von rund 8 Prozent deutlich über dem EU-Durchschnitt.

Mobile Datendienste sind Wachstumsmotor

Die Telekommunikation entwickelt sich in diesem Jahr etwas schwächer als noch im Frühjahr erwartet. In diesem Segment rechnet das EITO für die EU mit einem Umsatzplus von 2,2 Prozent auf knapp 324 Milliarden Euro. Im Jahr 2006 beträgt der Anstieg der aktuellen Prognose zufolge 1,6 Prozent auf 329 Milliarden Euro. Nicht nur in Deutschland, auch in den meisten anderen EU-Ländern steigen die Umsätze mit mobilen Telefondiensten etwas langsamer als ursprünglich angenommen. Die Preise sinken in Folge des verschärften Wettbewerbs. Der Preisverfall kann durch höhere Nutzerzahlen und verstärkte Nutzung der Dienste nicht vollständig kompensiert werden. Der Umsatz mit Mobilfunkdiensten wird 2005 dennoch um 3,4 Prozent auf fast 123 Milliarden Euro steigen. Wachstumsmotor in diesem Segment sind mobile Datendienste, die durch den zunehmenden Einsatz der Übertragungstechnik UMTS zusätzlichen Auftrieb bekommen.

Unter Druck bleibt der Markt für Sprachtelefonie im Festnetz, der um 2,3 Prozent auf rund 85 Milliarden Euro schrumpft. Die Umsätze sinken, weil immer mehr Menschen zu Hause mit dem Handy telefonieren und der Wettbewerb auch in diesem Segment schärfer wird. Zudem steigen viele Internetnutzer auf die schnelle DSL-Technik um, bei der keine Einwahl über das lokale Telefonnetz notwendig ist. Einen EU-weiten Boom erleben die Datendienste. Nach EITO-Schätzung wächst dieser Markt 2005 um 7,4 Prozent auf 51 Milliarden Euro. 2006 soll die Wachstumsrate bei 6,2 Prozent liegen.

Die Marktdaten des EITO Update 2005 sind von der EITO Task Force in Zusammenarbeit mit IDC erarbeitet worden. Neben der aktuellen Marktanalyse umfasst das diesjährige EITO Update auch spezielle Studien zu den Themen Infomobility sowie Consumer Electronics in Westeuropa.

(Georg Stanossek)

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