19.12.2008 -
Viele Voice-over-IP-Anbieter werben mit kostenlosen Telefonaten um neue Kunden. Bei der VoIP-Technologie wird der Internetzugang für das Telefonieren genutzt. Nutzen beide Gesprächspartner den selben Dienst, sind bei einigen Diensten wie Skype, die Telefonate grundsätzlich kostenlos. Für Telefonate zu Gesprächsteilnehmern im Fest- oder Mobilfunknetz gibt es bei VoIP-Anbietern günstige Minutenpreise, die durchaus konkurrenzfähig zu Call-by-Call-Telefon-Discountern sein können. Was man vor dem Einstieg über die notwendige Technik und die Kosten von VoIP wissen sollte, erfahren Sie in diesem Artikel.
Voice over IP - Wie funktioniert das?

Die Voice-over-IP-Technologie ist ein Verfahren, bei dem anders als im herkömmlichen Festnetz, die Sprachdaten nicht kontinuierlich übertragen werden. Sie werden vielmehr vor dem Senden in kleine Pakete zerlegt und nach dem Empfang wieder zusammengesetzt. Da dies normalerweise bei schnellen Übertragungsgeschwindigkeiten realisiert wird, bemerkt der Nutzer am Telefon meistens keinen Unterschied in der Sprachqualität. Um eine Kompatibilität verschiedener Anbieter und Anschlüsse zu erreichen, setzen sich die meisten VoIP-Anbieter auf das verbreitete Session Initiation Protocol (SIP).
Was braucht man für VoIP?

Zum VoIP-Telefonieren kann man den eigenen PC nutzen. Dazu muß passende Software auf dem PC installiert werden, welche die VoIP-Verbindungen herstellt und verwaltet. Zum Telefonieren selbst benutzt man ein Headset, dass an den PC angeschlossen wird. Da bedeutet auch, dass in diesem Fall der PC während eines VoIP-Gesprächs immer angeschaltet sein muss. Alternativ kann man ein spezielles IP-Telefon nutzen, das den SIP-Standard unterstützt. Möchte man sein altes Telefon weiter nutzen, benötigt man einen VoIP-Adapter oder einen VoIP-fähigen Router mit entsprechendem Anschluss.
Um mit der VoIP-Technologie telefonieren zu können, benötigt man einen Breitband-Internet-Anschluss und -Zugang bei einer Telefongesellschaft. Um eine angenehme Sprachqualität zu ermöglichen, sollte der Internet-Zugang im Upstream mindestens eine Übertragungsgeschwindigkeit von 128 kBit/s bieten. Dies bietet ein DSL-Zugang bei den gängigen Internet Service Providern zumeist schon in der günstigen Variante. Des weiteren sollte ein Flatrate-Tarif gewählt werden, da sonst pro Gesprächsminute weitere Kosten anfallen. Die VoIP-Anbieter bieten Flatrate- und Zeit-Tarife. Bei Skype sind nur solche Gespräche, die ins Fest- oder Mobilfunknetz geführt werden. Telefoniert man mit anderen Skype-Nutzern, so bleibt das Gespräch kostenlos.
Die meisten VoIP-Anschlüsse, die von Telefongesellschaften wie sipdate, Skype, GMX oder pepphone angeboten werden, setzen einen bestehenden DSL-Anschluss und DSL-Tarif voraus. Bei T-Home ist dieser zur Zeit nicht ohne einen Telefonanschluss zu bekommen. Trotzdem kann die Kombination von Telefon-Anschluss und T-DSL mit der DSL-Flatrate und VoIP-Tarif eines anderen Anbieters günstiger sein als weiterhin alle Telefonate über das Festnetz zu führen. VoIP eignet sich als Ergänzung zu einem herkömmlichen Telefonanschluss, um günstige Fern- und Auslandsgespräche zu führen.
Telekommunikation im Wandel: VoIP und NGN

Auch bei vielen Telefon- und DSL-Doppel-Flatrates wird das Telefonieren auf VoIP-ähnliche Technologie umstellt. Die sogenannte NGN-Anschlüsse werden z.B. von o2, Arcor und 1&1 angeboten. Herkömmliche Analog- oder ISDN-Telefonanschlüsse bekommt man diesen Anbietern nicht mehr. Bei HanseNet (Alice) hängt die Art des Anschlüsse vom Wohnort ab. Der Wechsel von einem Analog- oder ISDN-Anschluss auf NGN geschieht jedoch für den Kunden auf recht komfortable Weise, indem notwendige Geräte vom Anbieter gestellt werden und das bisher genutzte Telefon über diese weiter genutzt werden kann.
Fazit

Der größte Vorteil der VoIP-Telefonie sind die Kosteneinsparungen gegenüber herkömmlichen Festnetz-Anschlüssen. Dies lohnt sich gerade für Vieltelefonierer ins In- und Ausland. Nachteile können eine beeinträchtigte Sprachqualität sein, welche gelegentlich durch Übertragungsverzögerungen oder Datenverluste entstehen kann. Weiterhin kann während eines Stromausfalls nicht telefoniert werden, da der VoIP-Router, bzw. der PC mit entsprechender VoIP-Software eingeschaltet sein muss. Heutzutage wird allerdings in vielen Haushalten mit Festnetzanschluss ohnehin mit schnurlosen DECT-Telefonen telefoniert, die ebenfalls auf eine funktionierende Stromversorgung angewiesen sind.