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UMTS-Nachfolger LTE nimmt konkrete Formen an

Frequenzausstattung entscheidet über Datenrate

02.01.2009 -  Die folgende Pressemeldung wurde nicht redaktionell von xdial.de bearbeitet.

UMTS ermöglicht zwar über die Erweiterungen HSDPA (schneller Downstream) und HSUPA (schneller Upstream) Datenraten im Bereich von DSL. Dennoch wird seit einiger Zeit unter Stichworten wie "Super 3G" oder "4G" nach einem würdigen Nachfolger geforscht. Zunehmend kristallisiert sich heraus, dass es sich hierbei um LTE handeln wird. Pro Zelle wird im Mobilfunk auf Basis von LTE eine Übertragung von 100 MBit/s und mehr möglich sein.

Um die Signale zu kodieren, verwendet LTE OFDAM ("orthogonal frequency-division multiple access"). Dabei wird das zur Verfügung stehende Frequenzband in viele Unterbänder geteilt. Je nach benötigter Bitrate können Basisstation und Endgerät dann eine oder mehrere dieser Unterbänder zur Übertragung nutzen.

Ein großer Vorteil von LTE ist, dass es in der Frequenznutztung deutlich flexibler als UMTS ist, da Funkzellen eine Bandbreite von 1,25 bis 20 Mhz nutzen können, mit Zwischenstufen bei 2,5, 5 und 10 MHz. Bei den niedrigeren Bandbreiten werden natürlich auch nur geringere Bitraten erreicht. Schon bei der kleinstmöglichen Frequenzausstattung sind Datentransfere in DSL-Tempo möglich. Zellen, die die größtmögliche Bandbreite nutzen, können hingegen deutlich über 100 MBit/s aussenden und mehrere Nutzer gleichzeitig mit Datenraten im Bereich von ADSL2+ versorgen. Im Falle eines LTE-Funklochs wird sofort auf einen langsameren Datenkanal wie zum Beispiel UMTS/HSDPA oder GSM/EDGE zurückgegriffen. Desweiteren bringt die bei LTE vorgesehene Nutzung der Unterbänder den Vorteil einer geringeren Anfälligkeit gegenüber Störungen. Dafür steigt allerdings der Codierungsaufwand, was zusammen mit der höher möglichen Bandbreite den Stromverbrauch der Endgeräte wieder nach oben treibt.

Bereits 2010 kann mit LTE-Kompatiblen Geräten zu rechnen sein

Wie bei allen Funkdiensten gilt auch für LTE: Je niedriger die Frequenz, desto höher die Reichweite. Folglich sind die niedrigen Frequenzen besonders umkämpft und LTE-Anbieter könnten gezwungen sein, insbesondere anfangs vor allem hohe Frequenzen zu nutzen. Schließlich werden viele Netzbetreiber darauf drängen, einige der durch die Umstellung auf digitales Fernsehen freigewordenen TV-Kanäle künftig für LTE zu nutzen.

Vieles wird somit von der Geschwindigkeit abhängen, mit der die Ausrüster Netze und Endgeräte liefern können. Wobei die Ausrüster bei LTE bereits erheblich Tempo machen. T-Mobile hatte schon auf der CeBIT 2008 LTE-Übertragungen mit 170 MBit/s im Download und bis zu 50 MBit/s im Upload gezeigt. Im September 2008 führte die Telekom-Mobilfunktochter zusammen mit Nortel bereits erste Feldversuche unter Alltagsbedingungen durch. Kommerzielle Produkte werden derzeit für 2010 erwartet. Selbst wenn sich der LTE-Zeitplan verschiebt: HSPA und HSPA+ werden für diejenigen Anbieter, die es besonders eilig mit dem Netzaufbau haben, die Lücke füllen können.

Ein Nachteil von LTE ist, dass die meisten Handys nicht die volle Bitrate nutzen bzw. nicht die volle Bitrate benötigen. Somit wird LTE vor allem für Nutzer von Laptops interessant. Diese könnten nämlich die Bitrate deutlich effektiver nutzen als Handys. Auch denkbar wäre es, dass man mit seinem Computer über LTE online geht. Somit könnte LTE auch als DSL-Ersatz dienen.

LTE, die Technologie mit mehr Zukunft

Wenn aber die Nutzung mobiler Datendienste weiterhin so rasant steigt wie im vergangenen Jahr, dann kommt die Branche nicht umhin, in zusätzliche Transmitter auf zusätzlichen Frequenzen zu investieren. Das UMTS-Erweiterungsband kommt diesbezüglich wie gerufen. Bestückt man es mit LTE, hat man die zukunftsweisendere Technologie, muss aber erheblichen Aufwand in passende Endgeräte stecken, da diese eine neue Antenne für die neue Frequenz und zusätzlich den LTE-Chip benötigen. Setzt man HSPA auch auf den neuen Frequenzen ein, ist der Aufwand im Endgerät deutlich geringer. Die Technologie-Entscheidung hängt somit von der Verfügbarkeit von LTE-Endgeräten ab. Ist diese anfangs schlecht, könnten die Ausrüster gezwungen sein, Basisstationen anzubieten, die zwar für LTE vorbereitet sind, aber zunächst mit HSPA-Baugruppen bestückt werden und später mit vertretbarem Aufwand einen Wechsel auf LTE ermöglichen. Denn dieses ist auf Dauer die Technologie mit mehr Zukunft. Hat ein Anbieter nur ein kleines Frequenzband zugewiesen bekommen, ist hingegen LTE die Technik der Wahl, da sich Zellen auch mit der geringeren Bandbreite von 1,25 oder 2,5 MHz bestücken lassen. Insbesondere für Spezialanbieter ergeben sich hier interessante Nischen für den Markteinstieg.

Die oben bezeichneten Entwicklungen werden in verschiedenen Ländern mit unterschiedlichem Tempo ablaufen. Einige Länder im asiatischen Raum, in denen die Verbraucher traditionell rasch zu neuen Technologien greifen, könnten schon 2009 großflächig LTE aufbauen. Zu diesem Zeitpunkt ist in Europa hingegen allenfalls mit Test-Installationen zu rechnen. Erst dann, wenn LTE in vielen Märkten erfolgreich läuft, werden auch die USA und die Schwellenländer folgen. Einige stark abgeschottete Länder mit schwachem Patentschutz könnten auch wirtschaftlich erfolgreich auf eigene Alternativtechnologien setzen. Ein Kandidat hierfür ist insbesondere China, das auch für 3G teilweise auf eine eigene Technologie setzte.

(xdial.de)

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