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Burda im Sozialen Netzwerk 48 Millionen-Investition in Xing Soziale Netzwerke boomen: Mittlerweile ist mehr als jeder zweite Internetsurfer in Deutschland in einem Netzwerk registriert - tauscht Nachrichten, Fotos und Videos mit Freunden, Fans und Followern aus. Für die von der Werbeflaute gebeutelte Medienbranche sind die Netzwerke mit ihren Millionen Nutzern Hoffnungsträger und möglicherweise neuer Umsatzbringer. Nach dem Engagement der Holtzbrinck-Gruppe ("Handelsblatt", "Tagesspiegel") bei den VZ-Netzwerken hat nun der Burda Verlag ("Focus", "Bunte") zugeschlagen und sich bei Xing eingekauft, einem der erfolgreichsten deutschen Internet-Start-ups. Für rund 48 Millionen Euro steigt die Burda Digital GmbH, eine hundertprozentige Tochter der Burda Media Group, bei der Xing AG als Hauptanteilseigner ein. Anders als viele andere Betreiber der sozialen Netzwerke schreibt die Hamburger Xing AG schwarze Zahlen. Die Ankündigung des Burda-Einstiegs erfolgte nur wenige Tage nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen des Hamburger Unternehmens: Der Gesamtumsatz stieg in den ersten neuen Monaten um 32 Prozent auf 33,2 Millionen Euro, das operative Halbjahresergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wurde mit 8,8 Millionen Euro ausgewiesen. "Das ist eine große, gut funktionierende Community, die auch Geld verdient", sagte ein Burda-Sprecher am Mittwoch auf Anfrage. Als einziges deutsches Netzwerk seiner Art hat sich die Xing AG erfolgreich an der Börse aufgestellt und zählt derzeit international mehr als acht Millionen Mitglieder. Das Geschäftsmodell von Xing stützt sich im wesentlichen auf kostenpflichtige Premium-Mitgliedschaften. Seinen Schwerpunkt setzt das Business-Netzwerk vor allem auf berufliche und geschäftliche Kontakte und baut derzeit Angebote für die Online-Personalsuche und Stellenvermittlung weiter aus. Soziale Netzwerke erleben seit einigen Jahren einen andauernden Zulauf neuer Nutzer. Auf Plattformen wie StudiVZ, LinkedIn, Facebook, Wer-kennt-wen oder Xing treffen längst nicht mehr nur junge, internet-affine Mediennutzer zusammen. Für viele hat sich die Pflege von sozialen Kontakte inzwischen zu einem großen Teil mehr und mehr ins Netz verlagert. Hier tauschen sich die Nutzer in verschiedenen Freundes- und Interessen-Gruppen über Pinnwände, Instant Messaging und kleine Beiträge mit Bekannten oder Kollegen aus und können zum Teil Bilder und kleine Videos sowie Textbeiträge und interessante Internet-Links hochladen. Das Engagement traditioneller Medienhäuser in diese Plattformen ist allerdings nicht immer von Erfolg gekrönt. So sorgte die Plattform MySpace bei der heutigen Mutter, dem amerikanischen Medienkonzern News Corp des Multimilliardärs Rupert Murdoch, zuletzt für Millionen-Verluste. Murdoch hatte das Netzwerk vor allem als Plattform für Filme und Musik ausbauen wollen. Doch bislang trugen diese Ambitionen und die Werbeeinkünfte trotz großer Medienaufmerksamkeit bei Myspace nicht zu den erhofften Zusatzeinnahmen bei. Die Holtzbrinck-Gruppe aus Stuttgart hatte Anfang 2007 rund 50 Millionen Euro für das Online-Netzwerk StudiVZ ausgegeben. Gelockt hatte die Verleger die attraktive Zielgruppe von mehr als einer Million aktiver Mitglieder auf der von zwei Studenten gegründeten Plattform. Mittlerweile wurden auch SchülerVZ für Jüngere sowie MeinVZ für Ältere gegründet. Ohne Doppelregistrierungen sind derzeit laut dem Marktforschungsunternehmen Nielsen rund neun Millionen Nutzer in Deutschland bei den VZ-Netzwerken registriert. Doch ob sich die Investition gelohnt hat, bleibt offen. Bislang wies die Verlagsgruppe keine Umsatzzahlen für die Plattform aus. Zum Geschäft mit den VZ-Netzwerken wollte sich Holtzbrinck am Mittwoch nicht äußern. Während Burda und die Holtzbrinck-Gruppe in Deutschland auf bereits bewährte klassische Soziale-Netzwerk-Plattformen setzen, geht die Bauer Media Group einen anderen Weg. Die Verlagsgruppe, die neben etlichen Programmzeitschriften und Frauenzeitschriften auch die "Bravo" herausgibt, will die eigene Online-Ausgabe der Jugendzeitschrift bravo.de in eine Online-Community mit den klassischen Funktionen sozialer Netzwerke ausbauen. Über bravo.de können andere Nutzer jederzeit sehen, welche Medien der Nutzer zuletzt angeschaut hat und was seine Freunde und Interessengruppen gerade so treiben. Alles Funktionen, wie sie die klassischen sozialen Netzwerke schon länger anbieten. Im Unterschied zu diesen soll bravo.de aber ein "content-orientiertes Entertainment- Portal" bleiben, wie Kai Kromat, General Manager bei der Bauer Digital KG, sagt. Mit zwei Millionen Visits und 60 Millionen Page- Impressions pro Monat ist bravo.de den Verlagsangaben zufolge Marktführer unter den redaktionellen Jugendportalen. Ob es Burda beim Einstieg in die Xing AG bei einem Anteil von 25,1 Prozent belassen wird, steht noch aus. "Derzeit ist nicht geplant, den Anteil auszubauen", sagte ein Sprecher auf Anfrage. Der Verlag will weiter nach möglichen Übernahmen Ausschau halten. "Wir haben in den vergangenen Jahren investiert und das planen wir auch in Zukunft." (dpa / Thomas Michel)
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