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Europäische Telekomkonzerne trotzen der Krise Telekomkonzerne halten sich vergleichsweise stabil Trotz Wirtschaftskrise und regulatorischer Stolpersteine schlagen sich die europäischen Telekomkonzerne nach wie vor recht gut. Die Ex-Monopolisten France Télécom und Telefónica blieben nach ihren Halbjahreszahlen bei den Prognosen für den Rest des Jahres - auch der angeschlagene britische Telekomanbieter British Telecom (BT) bekräftigte seinen vorsichtigen Ausblick. An der Börse wurden die zuletzt gebeutelten Telekomaktien gefeiert. Im Vergleich zu anderen Branchen halten sich Europas Telekomkonzerne recht robust - auch wenn sie die weltweite Wirtschaftskrise inzwischen deutlicher merken als noch zu Beginn des Jahres. Sowohl der spanische Telekomkonzern Telefónica mit einem Umsatzrückgang von zwei Prozent auf 27,6 Milliarden Euro als auch France Télécom mit einem moderateren Umsatzminus von 0,5 Prozent auf 25 Milliarden Euro bekamen die Krise im ersten Halbjahr zu spüren. Firmenkunden drehen in der Rezession jeden Cent um und sparen auch bei Telefonkosten. Privatkunden sind davon zwar noch wenig betroffen, wie die Unternehmen beteuern. Spanien und Osteuropa, wo die Wirtschaftsflaute schon in den Privathaushalten angekommen ist, geben aber einen Vorgeschmack darauf, wie sich die Flaute und steigende Arbeitslosigkeit noch auswirken könnten. BT steigerte den Umsatz im ersten Geschäftsquartal bis Ende Juni um ein Prozent auf 5,2 Milliarden Pfund. Geld verdienen lässt sich vor allem noch in einigen Entwicklungs- und Schwellenländern. So stärkte Lateinamerika Telefónica erneut den Rücken. France Télécom wuchs außerhalb von Frankreich vor allem in Afrika und im Nahen Osten. Bei der deutschen Telefónica-Tochter O2 mit 15 Millionen Kunden begrenzten Regulierungsentgelte und der anhaltende Preiskampf auf dem deutschen Mobilfunkmarkt das Umsatzwachstum. Im ersten Halbjahr stiegen die Erlöse dennoch um 1,9 Prozent auf 1,78 Milliarden Euro. Für die zweite Jahreshälfte warnte France-Télécom-Chef Didier Lombard, das wirtschaftliche Umfeld dürfte schwierig bleiben. Auch jüngste Regulierungsentscheide dürften ihre Wirkung erst von Mitte des Jahres an entfalten. In Europa klagen die Unternehmen über die strenge Regulierungspolitik von EU-Kommission und nationalen Behörden. Sie senkten die Gebühren für Gespräche in fremde Netze und Telefonate im Ausland. Hinzu kommt der ohnehin erbitterte Preiswettbewerb, den sich die Anbieter auf den nahezu gesättigten Märkten liefern. Kaum ein Anbieter konnte den durchschnittlichen Umsatz je Kunde (ARPU) steigern. Im Geschäft mit Festnetz- und Breitbandanschlüssen sieht es nicht anders aus. Wie an einen Rettungsanker klammern sie sich an das mobile Internet. Die Konzerne legten milliardenschwere Sparprogramme auf. Telefónica senkte die operativen Ausgaben im ersten Halbjahr um 4,5 Prozent. Die Spanier wollen ihren operativen Gewinn vor Abschreibungen in diesem Jahr um bis zu drei Prozent steigern. Auch France Télécom drehte kräftig an der Kostenschraube - hielt den Gewinnrückgang damit aber nicht auf. Auch Investitionen werden zurückgeschraubt, was sich nach Meinung von Analysten auf lange Sicht als Bumerang entpuppen könnte. France Télécom senkte seine Investitionen im ersten Halbjahr um 18 Prozent. Bei Telefónica fielen die Kürzungen ähnlich hoch aus. "Derzeit können sich die Konzerne das leisten, weil weder von Seiten der Wettbewerber noch von Seiten der Kunden Druck gemacht wird", sagte Sal. Oppenheim- Analyst Wolfgang Specht. Mit staatlichen Anschubprogrammen wie der Breitbandinitiative der Bundesregierung im Nacken könnte sich das aber ändern. Zum Jahreswechsel müssen die Konzerne außerdem Geld in die Hand nehmen, um Mobilfunkfrequenzen zu ersteigern. Der britische Telekomkonzern BT sieht erste Erfolge seiner Sparanstrengungen. Die Briten hatten vor allem mit ihrer defizitären Großkundensparte (Global Services) zu kämpfen, die den gesamten Konzern im vergangenen Quartal wegen Milliardenabschreibungen in die roten Zahlen drückte. Nun schaffte BT zwar wieder schwarze Zahlen. BT-Chef Ian Livingston gab sich damit aber noch nicht zufrieden: Es gebe noch viel zu tun, sagte er. Noch in diesem Jahr will Livingston Kosten in Höhe von einer Milliarde Pfund streichen. (dpa / xdial.de)
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