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Das System Foxconn funktioniert auch in der EU

Lange Schichten, hoher Leistungsdruck, wenig Lohn

23.09.2013 -  Die folgende Pressemeldung wurde nicht redaktionell von xdial.de bearbeitet.

Stumme Disziplin, extreme Flexibilität und ständige Produktivitäts-Steigerungen: Die Apple-Zulieferfirma Foxconn gilt als Synonym für miserable Arbeitsbedingungen. Ihren Produktionsschwerpunkt hat die Firma in China, weit weg in Asien. Doch das System funktioniert auch in der EU, schreibt das Computermagazin c't in seiner aktuellen Ausgabe.

Im tschechischen Pardubice, nur drei Autostunden von Dresden entfernt, produziert Foxconn Computer für HP. Die Arbeitsschritte sind monoton, der Leistungsdruck ist extrem hoch und die Bezahlung sehr gering. "Der Takt ist dort so hoch, dass die Arbeiter in der Regel nicht miteinander sprechen, nichts trinken, nicht sitzen können", berichtet c't-Redakteur Christian Wölbert.

Damit Computerhersteller HP Desktop-PCs in Handarbeit profitabel zusammenbauen kann, sind an der Montagelinie Zwölf-Stunden-Schichten üblich - tagsüber und nachts, genau wie in China. Acht-Stunden-Schichten gibt es auch, aber vor allem für die Tschechen. Da ist es nicht verwunderlich, dass Foxconn viele Wanderarbeiter aus ärmeren Ländern beschäftigt wie Vietnam und der Mongolei, aber auch aus Bulgarien oder Rumänien. Menschen, die keine Gewerkschaft kennen und keine politische Lobby haben, und die es sich schlicht nicht leisten können, sich zu beschweren.

Inklusive Boni und Überstunden verdienen Arbeiter 550 Euro im Monat. Das ist zwar deutlich mehr als der tschechische Mindestlohn, aber nur 60 Prozent des landesweiten Durchschnittslohns. "Deswegen empfindet kein Arbeiter den Bonus als Sonderzahlung, jeder Abzug wirkt wie eine Strafe", erläutert Christian Wölbert. Das Bonussystem dient zur Kontrolle und zur Disziplinierung der Belegschaft. Erreicht ein Arbeiter die Stückzahl nicht oder macht er einen Fehler, bekommen alle Arbeiter an dieser Montagelinie den Bonus abgezogen. Noch schlimmer trifft es die sogenannten "Just-in-Time-Arbeitskräfte": Sie sind über Subunternehmen angestellt und verdienen oft nur 120 Euro im Monat. Trotz Kontrollen durch die tschechischen Behörden unterlaufen Subunternehmen viele Bestimmungen und nutzen Gesetzeslücken aus. "Solange aber der schrumpfende PC-Markt so hart umkämpft ist, werden die Hersteller auch weiterhin an den Fertigungskosten sparen", resümiert c't-Redakteur Christian Wölbert.

(xdial.de)

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