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Blogger: Die Welt können sie noch nicht verändern

Kurioses Projekt auf Berliner Internet-Konferenz re:publica

02.04.2009 - Blogger haben auf der Internet-Konferenz re:publica ihren Einfluss auf die im Internet kursierenden Informationen untersucht.

Die folgende Pressemeldung wurde nicht redaktionell von xdial.de bearbeitet.

Um die Welt zu verändern, braucht man 60 Minuten und einen Internetanschluss. Davon war eine Handvoll Blogger auf der Internet-Konferenz re:publica in Berlin überzeugt und versuchte es am Donnerstag. Die Idee ist simple: Jeder von ihnen stellt dieselbe Information auf alle möglichen Seiten, Blogs, Chats, Twitterdienste ins Netz. Diese verbreite sich weltweit und bewege etwas, sagte der Leiter des Experiments, Nicky Szmala. Eine Stunde später könne die Welt eine bessere sein.

14.00 Uhr, es geht los. Ab sofort sollen die Teilnehmer 5 000 Bücher für das charitative Projekt buecherbruecke.org sammeln. Diese sollen in die Mongolei als Beitrag gegen Analphabetismus geschickt werden. Rund 40 Teilnehmer der Konferenz re:publica sitzen in einem kleinen Raum in der Berliner Kalkscheune. Die Tür nach außen ist zu.

Sie haben Laptops auf dem Schoß, manch einer zudem noch ein internetfähiges Handy in der Hand. Es riecht nach Kaffee. Noch diskutieren sie über ihre Strategie: Soll jeder alleine vor sich hin arbeiten? Wer schreibt wo? "Mann, wir reden zu viel", sagt einer.

Erst um 14.21 Uhr hauen sie endlich in die Tasten und verbreiten die ersten Nachrichten auf dem online-Dienst Twitter: "Dies ist ein Beitrag, der keine Zeit für große Worte hat. Wir suchen englischsprachige Bücher für die Mongolei." Einer gestaltet eine Seite im sozialen Netzwerk facebook. Sie schreiben ihre studivz- Freunde an, aktualisieren ihre Skype-Statusmeldung: "Bücher übrig?"

17 Minuten später bringt der Berliner Tobi Weißenfels als erster Blogger den Beitrag auf seiner Seite www.tobiwei.de. Torben Friedrich hämmert den Text auf blogsprache.de rein. Noch sind keine Bücher gesammelt und das erste Problem taucht auf: Die Netzverbindung ist unterbrochen. Nur noch einige wenige können über selbst mitgebrachte UMTS-Karten ins Netz gehen. Die anderen sind raus. "Wer kann fehlerfrei auf Englisch schreiben?", ruft eine Bloggerin durch den Raum. "Rede doch nicht so viel. Mach!", ruft Friedrich zurück und tippt weiter.

Um 14.41 Uhr durchforstet Weißenfels Angebote im Internet- Auktionshaus ebay, die bald auslaufen. Er stellt den Link zu den Angeboten ins Netz. Vielleicht kauft jemand das Buch und spendet es.

Noch immer ist kein einziges gesammelt worden.

14.47 Uhr, jetzt macht sich Panik breit. "Das blöde ist: Alle Blogger sind hier", schreibt ein Twitterer. Die Info kommt im Netz nicht voran. Einige klappen ihre Laptops zu, greifen stattdessen zum Handy und rufen Freunde an: "Sag mal, hast du Bücher übrig?" Die Telefonnummern von Buchverlagen werden gewählt. Einer reicht ein weißes Blatt Papier herum, auf der jeder Anwesende persönliche Bücherspenden notieren soll. 16 Bücher kommen zusammen. Ein Schulbuch-Verlag lässt sich am Telefon überreden, fünf Bücher abzugeben.

Um 14.59 Uhr ist es eigentlich vorbei. 24 Bücher sind für die Kinder in der Mongolei zusammengekommen, 5 000 sollten es eigentlich sein. Eine Eieruhr verkündet das Ende des Experiments, doch keiner hört hin. Das Projektziel wurde nicht erreicht. Es wird dennoch weiter telefoniert und getippt. "60 Minuten reichen nicht aus", ruft einer. "Aber, hey Leute, was wir in einer Stunde im Netz aufgebaut haben, kann noch über Tage wirken."

(dpa / xdial.de)

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