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Internet über Glasfaserkabel - Auf dem Weg zur Breitband-Republik Ausbau des Glasfasernetzes vor allem durch lokale Anbieter Die folgende Agenturmeldung wurde nicht redaktionell von xdial.de bearbeitet. Der Weg zur bundesweiten Versorgung mit High-Speed-Internet ist noch weit. In den Genuss eines Breitbandzugangs über Glasfaserkabel kommen derzeit fast nur Haushalte in wenigen größeren Städten. Vor allem auf kommunaler Ebene schreiten die Tiefbauarbeiten und die Verlegung des Glasfasernetzes aber stetig voran. Neben der Telekom weiten gerade kleinere, lokale Anbieter ihre Pilotprojekte immer weiter aus. In ausgewählten Gebieten sind so schon bis zu 100 MB pro Sekunde im Download möglich - bei herkömmlichem DSL sind es maximal 16 MBit/s. Bislang seien es in Deutschland zwar hauptsächlich Firmenkunden, die direkt mit Glasfaser angeschlossen sind, sagt Manfred Breul, Bereichsleiter Telekommunikation beim Branchenverband BITKOM in Berlin. Der Ausbau gehe aber voran. "Die Telekom ist bereits seit einigen Jahren dabei, in vielen Städten VDSL-Netze aufzubauen." VDSL als Übertragungsverfahren für High-Tech-Internet-Verbindungen setzt auf die Glasfaserverbindungen auf. Aber auch die Wettbewerber investierten immer häufiger in eine eigene Glasfaser-Infrastruktur im Anschlussbereich - zum Beispiel in Köln, München und Hamburg. Der Glasfaserausbau steckt trotz der bisherigen Fortschritte noch in der Anfangsphase: "Insgesamt herrscht in Deutschland noch eine Art Pionierstimmung", sagt Jürgen Hill von der Zeitschrift "Computerwoche". Der größte Hemmschuh für den Netzausbau seien die hohen Kosten für die notwendigen Tiefbauarbeiten. In den Städten und Kommunen komme es zudem häufiger zu Abstimmungsproblemen darüber, wann und wo ausgebaut wird. Außerdem hätten die Unternehmen erst im Laufe des Jahres erste Erfahrungen damit gesammelt, welche Verlegmethode am wirtschaftlichsten ist. Wie schnell der Glasfaser-Kunde tatsächlich surfen kann, hängt auch davon ab, bis wohin die Glasfaserverkabelung reicht. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten: Bei FTTC (Fibre to the Curb) werde das Glasfaserkabel bis zum Kabelverzweiger gelegt, erklärt Breul. Nur die letzten wenigen hundert Meter bis in die Häuser würden noch über die normale Telefonleitung versorgt. "Damit ist es vergleichsweise schnell und kosteneffizient möglich, Bandbreiten bis zu 50 MB pro Sekunde zu erreichen." Bei FTTB (Fibre to the Building) werden vor allem große Mehrfamilienhäuser direkt per Glasfaser angeschlossen. Innerhalb der Gebäude würden die vorhandenen Leitungsnetze weiter genutzt. Und es gibt eine dritte Variante: FTTH (Fibre to the House). Dabei verlaufe die Glasfaser direkt bis in die Wohnung oder ins Einfamilienhaus, so Breul. "Damit lassen sich grundsätzlich die höchsten Übertragungsraten realisieren, aber die Kosten sind ebenfalls am höchsten." Theoretisch seien so Kapazitäten von bis einem Gigabyte pro Sekunde zu den Haushalten möglich, sagt Hill. Private Anbieter greifen meistens auf FTTB, also die Verlegung bis ins Gebäude zurück - zum Beispiel in Köln. "Wir haben derzeit etwa 14 000 Gebäude am Netz", sagt Eva Krüger vom Kölner Anbieter NetCologne. Die Glasfaserverkabelung gehe durch eine Stielbohrung bis ins Gebäude und werde im Keller an die Verteilertechnik des Hauses angeschlossen - allerdings nur mit Zustimmung des Hauseigentümers. Dadurch würden derzeit Geschwindigkeiten von 100 MBit/s erreicht. Ähnlich verhält es sich in Hamburg: Die Glasfaserverkabelung des Anbieters HanseNet versorgt dort nach Angaben des Unternehmens etwa 2000 Haushalte mit einer schnellen Glasfaserverbindung über FTTB. Noch einen Schritt weiter geht das Unternehmen M-net in München: Insgesamt umfassten die Ausbaumaßnahmen die Erschließung von über 30 000 Gebäuden bis zum Jahr 2013, erklärt Unternehmenssprecher Wolfgang Wölfe. "Mehr als 50 Prozent der Haushalte in München werden dann über einen Glasfaser-Anschluss verfügen können." Vorrangig Neubauten sollen sogar mit der FTTH-Technologie, also mit Glasfaser bis in die Wohnungen selbst, erschlossen werden. Was in den Großstädten bald Standard wird, ist noch längst nicht überall möglich. Im Vergleich zu den Verlegekosten sei die Verkabelung im Haus zwar günstig. Sie stelle aber auch das größte Hindernis für das High-Speed-Internet dar, erklärt Hill. Diese Verkabelung stamme oft aus den 70er Jahren, als man vom Hochgeschwindigkeitsinternet noch nicht mal geträumt habe. Soll die alte Verkabelung weiter genutzt werden, müsse die Glasfaser auf das Kupfernetz umgelegt werden. Dadurch könne nicht das volle Geschwindigkeitspotenzial ausgenutzt werden. Wer heute baut, sollte neben Ethernet sowie Audio- und Video-Kabel gleich Glasfaser mitverlegen lassen, da die Wände ohnehin einmal offen sind, rät Hill. Oder aber es sollten genügend Leerrohre installiert werden, so dass die Glasfaserkabel nachträglich eingeblasen werden können. Damit sei sichergestellt, dass sich die Gebäude und Wohnungen kostengünstig nachrüsten lassen, sagt Breul. "Ich befürchte allerdings, dass sich der Ausbau noch verzögern wird, obwohl die DSL-Technologie an ihre Grenzen stößt", sagt Hill. Glasfasernetze seien die Infrastruktur des nächsten Jahrhunderts, ein Ausbau lohnenswert. Wie schnell und großflächig dies passiert, ist aber noch offen. (dpa / xdial.de)
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