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Netbook-Diebstahl: Nur die Verschlüsselung ist wirklich sicher

Handliche Rechner finden auch bei Langfingern Freunde

10.03.2010 - Wenn das Notebook gestolen wird, schützt nur die professionelle Verschlüsselung vor dem Datenklau.

Die folgende Agenturmeldung wurde nicht redaktionell von xdial.de bearbeitet.

Netbooks eignen sich bestens für den Einsatz unterwegs. Ihre Besitzer nehmen sie mit auf Messen, in die Uni oder in die Bahn. Doch je größer die Menschenansammlung ist, desto eher gerät ein Netbook ins Visier von Dieben. Auch wer sein Gerät verliert, kann nicht immer auf einen ehrlichen Finder hoffen.

Der materielle Verlust ist zu verschmerzen - schwerer wiegt die Gefahr, dass womöglich Fremde Zugriff auf die Daten bekommen. Um das zu verhindern, kann der Nutzer am Rechner ein Schloss anbringen. Wirklich sicher sind die Daten aber erst, wenn elektronische Lösungen zum Einsatz kommen.

Um auf dem Netbook gespeicherte Daten im Diebstahlfall zu schützen, gibt es im Prinzip drei Möglichkeiten: die Verschlüsselung, BIOS- und Windows-Passwörter sowie spezielle Anti-Diebstahl-Software.

Passwörter allein seien jedoch nicht unbedingt sicher, erklärt Christian Wölbert von der Computerzeitschrift "c't" in Hannover: "Diebe können Windows-Passwörter zum Beispiel durch Neuinstallation des Betriebssystems oder mit Hilfe einer Live-CD umgehen." Auch BIOS-Passwörter ließen sich relativ leicht zurücksetzen. Baut der Dieb die Festplatte aus, könne er ebenfalls auf die Daten zugreifen.

Spezialsoftware hilft auch nicht immer

Auch Anti-Diebstahl-Software sei nicht die beste Lösung, sagt Wölbert. Sie schütze nur, falls der Dieb mit dem Gerät ins Internet geht. Dann besteht die Möglichkeit, die Festplatte aus der Ferne zu sperren oder zu löschen. Geht der Dieb nicht ins Netz, könne der Besitzer nichts machen. "Die Verschlüsselung ist die einzige wasserdichte Methode": Der Dieb sieht nur Datensalat, wenn er auf die Festplatte zugreifen möchte, aber das Verschlüsselungspasswort nicht kennt. "Aktuelle Algorithmen sind so sicher, dass in der Regel selbst ein Experte sie nicht knacken kann." Ein anerkannt sicheres Programm sei zum Beispiel das kostenlose "TrueCrypt".

Für Privatanwender gebe es eine ganze Reihe von Verschlüsselungslösungen, sagt Sascha Pfeiffer vom IT- und Datensicherheitsunternehmen Sophos mit Sitz in Mainz. Die Palette reicht von Dateipackern mit einfachem Passwortschutz für einzelne Dateien oder Verzeichnisse über kostenpflichtige Verschlüsselungsprodukte bis hin zu kostenlosen Open-Source-Lösungen.

"Letztere bieten zwar einen verlässlichen Schutz, eignen sich aber vor allem für technisch versierte Nutzer." Daneben gebe es kostenfreie Anwendungen, die einer professionellen Verschlüsselungstechnologie ähneln - sich aber trotzdem auch von Privatnutzern einfach handhaben lassen.

Verschlüsselt der Besitzer die Daten, werden alle Inhalte einer Datei mit Hilfe eines Verschlüsselungsverfahrens automatisch in nicht lesbare Zeichenfolgen umgewandelt. Diese können von Unbefugten nicht interpretiert werden, erklärt Pfeiffer. "Um die Daten verwenden zu können, muss sich der Nutzer des Netbooks bereits vor dem Start des Betriebssystems authentifizieren - meist via Passwort." Grundsätzlich sollte immer die gesamte Festplatte verschlüsselt werden - nicht nur einzelne Ordner oder Dateien, rät Wölbert. Ansonsten könne es passieren, dass ein Dieb an anderer Stelle Kopien findet - zum Beispiel in temporären Dateien.

Verschlüsselung ist nur so gut wie Passwort

Letztlich ist eine Verschlüsselung nur so gut wie das selbst gewählte Passwort. Das Passwort sollte möglichst lang und kompliziert sein und dementsprechend Buchstaben in Groß- und Kleinschrift sowie Zahlen und Sonderzeichen enthalten. Nicht sicher seien Eigennamen und Begriffe, die im Wörterbuch stehen. Außerdem sollten Nutzer vor der Verschlüsselung ein Backup anlegen. "Wer das Zugangspasswort vergisst, kommt ansonsten nicht mehr an seine Daten." Eine Verschlüsselung helfe darüber hinaus nur, wenn das Gerät im ausgeschalteten Zustand verloren geht.

Um Gelegenheitsdiebe bereits am schnellen Mitnehmen des Netbooks zu hindern, helfen mechanische Schlösser wie das "Kensington Lock" des Anbieters Kensington Technology. Der Sicherheitsmechanismus hat zwei Komponenten: den Sicherheits-Slot, der sich an fast allen Net- und Notebooks befindet, und das Kabel mit Schloss, erklärt Stephen Hoare von Kensington. Um das Gerät zu sichern, müsse der Besitzer das Kabel um einen unbeweglichen Gegenstand legen, in den Slot stecken und den Schlüssel umdrehen.

"Die Gehäusewand des Netbooks sollte an der Innenseite zusätzlich mit einer Metalleinlage verstärkt sein", empfiehlt Hoare. Ansonsten lässt sich das Kabel unter Umständen leicht herausreißen. Deshalb könne die mechanische Sicherung immer nur einen ersten Schutz gegen Diebstahl bieten. "Die Schlösser sind immer nur so sicher wie ihre Befestigung im Notebook", sagt auch Wölbert. Und es gebe je nach Hersteller und Modell ganz unterschiedliche Ausführungen. Am Ende sei nur derjenige auf der sicheren Seite, der die komplette Festplatte seines Netbooks verschlüsselt und mit einem ausreichend komplizierten und langen Passwort gesichert hat.

(xdial.de)

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